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0 Autor: Maik Koltermann

Rollins Band - Nice

Nice

Ältere Herschaften werfen gerne einen verklärten Blick in die Vergangenheit. Henry Rollins gönnt sich eine 45-minütige Liebeserklärung an die 70er Heroen Thin Lizzy.

Er macht Schritt für Schritt wahr, was er angekündigt hat. Die sperrigen Songungeheuer der alten Rollins Band gehören mit "Nice" endgültig der Vergangenheit an, mit den Haareschüttlern seiner neuen Kollegen von Mother Superior wird angezählt und abgegangen. Ohne Umschweife. Keine Spur mehr von dem gequälten Aufbäumen, Schreien und Umsichschlagen des alten Rollins. Die Straße, die Henry auf "Nice" vorzugsweise mit 180 km/h befährt, verläuft schnurgerade bis zum Horizont. Und es ist ja nicht so, dass er verheimlichen würde, wer ihn zu dieser Reise inspiriert hätte: Auftritte bei Phil Lynott-Tribute-Konzerten, ein Gastauftritt von Scott Gorham auf seinem letzten Album - die Hardrock-Legende Thin Lizzy ist im aktuellen Schaffen der Hot Animal Machine allgegenwärtig. Gitarrist Jim Wilson entlockt seinem Instrument ein John Sykes-Singsang-Solo nach dem anderen, hier und dort unterstützen stimmkräftige Soul-Sängerinnen Henrys inhaltlich gewohnt düsteren Vorträge. Von der ein Beat, ein Riff, auf Wiedersehen-Philosophie wird erst im letzten, ein wenig mehr ausfransenden Drittel des Album abgerückt. Aber so schmissig das alles beizeiten swingt, rockt und groovt: Ein wenig mehr als gut abgehangener Standard-Rock dürfte es schon wieder sein...

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 10.0/12

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