Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Andreas Kohl

Chris Whitley - Rocket House

Rocket House

Ein Musiker wie eine Pralinenschachtel: Du weißt nie, was du bekommst. Aber gut ist es immer.
Chris Whitley hat sich die Haare wachsen lassen. Jetzt sieht er aus wie Feargel Sharkey. Und genauso fertig wie der immer war, klingen Whitleys Songs. Das ist allerdings auch die einzige Gemeinsamkeit zwischen den beiden - Sharkey war Kettenraucher, Whitleys Songs klingen danach. Keine Ahnung, warum mir gerade dieser Vergleich einfällt. Chris Whitley ist fast so etwas wie der Prototyp eines Singer/Songwriters, genauso, wie man sich das immer vorstellt. Oder noch besser: genau so, wie man sich das immer wünscht. Hier treffen sich introvertierte, in Selbstmitleid zerfließende Balladen mit zerfaserten, von ohnmächtiger Aggressivität lebenden Songperlen, vorgetragen von einem Mann, dem man alles abkaufen würde. Ehrlich bis ins Mark, gekonnt instrumentiert, aber trotzdem nicht eingängig klingen die Songs auf „Rocket House". Mit der Unterstützung von u.a. Dave Matthews und Bruce Hornsby hat Whitley sein bis dato unzugänglichstes Album vorgelegt, das mit dem Vorgänger „Perfect Day" kaum etwas gemeinsam hat. „Rocket House" trifft. Mitten ins Herz. Und wie viel Platten gibt es, auf dieser Welt, von denen man das behaupten kann?

Bewertung: 8/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.