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Basement Jaxx - Rooty

Rooty
  • VÖ: 25.06.2001
  • Label: XL Recordings/Beggars Banquet/Connected
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 100

Auf ihrem zweiten Album wollen Basement Jaxx viel. Mehr. Alles. Und das am besten auch noch auf einmal. Und weil sie gut sind, klappt das sogar. Zumindest fast immer.

Seit ihrem Debüt-Album „Remedy" ist klar: Ihre Balance zwischen pumpenden Club-Schiebern, positiven Party-Krachern, ohrwurmtauglichen Pop(owackel)-Tunes und einem guten Schuss Weirdo-Produktion rockt ausgeschlafen und superb funky, macht Spaß und jeden britischen Clubber zu einem willenlos tanzenden Subjekt. Ihr Erfolg jenseits des Kanals könnte größer kaum noch sein, und fast ist man versucht zu fragen, ob uns hier nicht wieder ein großer Britannien-Hype heimsucht. Aber nein, Basement Jaxx sind schon richtig gut. Weil: eigenwillig, unverwechselbar und äußerst kurzweilig, und das seit der allerersten Maxi Mitte der Neunziger. Mit „Rooty" legen Felix Burton und Simon Ratcliffe nun nach und ein Album hin, für das man schon eine gewisse Zeit braucht. Mal klingen sie wie ein cooler Prince auf Speed, mal wie durchgedrehter Tucken-House in der Beat-Drechselmaschine, dann wieder, als ob Daft Punk, Bentley Rhythm Ace, Ruby und ein kompletter Gospelchor auf George Clintons Mothership eine wilde Soul-Party feiern. Ihnen scheint nichts heilig und alles brauchbar: House, Latin, Ragga, Techfunk, NuJazz, HipHop, Soul, Drum’n’Bass und ein paar punky Beats aus der Garage, Sänger(innen), Scratches, Samples und Sounds in jeder Nuance zwischen Betonbunker-Acid und Coffeeshop-Chill Out. Und viel Bewegung, gelegentlich sogar zu viel. Nur wenige Tracks - wie beispielsweise der potenzielle Frühsommerhit „Romeo" - gehen direkt in Ohr und Beine, alle anderen nehmen den Umweg über ein zunächst gewollt wirkendes Freidenkertum. Doch mit der Zeit kommt „Rooty", Song für Song zündet und macht Sinn. Und eben, beim Aufnehmen des ersten Mixtapes für die anstehende Festival-Saison, gab es gerade mal noch drei Tracks, die sich eines Tape-Openers als nicht würdig erwiesen hätten. Großes Kompliment, das.

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