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Orgy - Vapor Transmission

Vapor Transmission

Sie haben noch nie einen Hehl aus ihren Vorlieben gemacht: Auch auf ihrem Zweitling frönen Orgy den Achtzigern und klingen wie die Fortsetzung von Depeche Mode mit ganz anderen Mitteln.

Machen wir uns nichts vor: Die Musik von Orgy könnte auch komplett auf einem Syntheziser (oder eben einem Touchtone-Phone) gespielt werden. Die Herangehensweise an die Songs ist künstlich, der Aufbau generalstabsmäßig geplant und einstudiert - aber trotzdem nicht voraussehbar. Ein Konzept, dass in den USA bereits zum Breitenerfolg führte, so dass die Marschroute für das endlich auch bei uns erscheinende Zweitwerk nur lauten konnte: Alles muss noch perfekter sein als auf dem Debüt „Candyass“ (1998), das zwar ähnlich viele Ideen bietet, im Nachhinein aber Homogenität vermissen lässt. Wahrscheinlich gibt es deshalb auch keine Coverversion mehr. Muss es auch nicht, denn Songs wie „Fiction (Dreams In Digital)“ oder „Eva“ haben ähnliches Potenzial wie „Blue Monday“ und sind eigentlich einmal mehr Pop in Reinkultur, lediglich versehen mit einem modernen Soundgewand. Im großen und ganzen nennt man so etwas dann wohl Hit. So weit, so gut. Nur wo bleibt die sonst so viel beschworene Weiterentwicklung? Ist „Vapor Transmission“ nicht vielmehr die Perfektion eines Konzeptes, das über eine amtliche Anlage naturgemäß am besten abschneidet? Ja, ist es, aber andererseits: Wie viele andere Bands gibt es schon, die nach ihrem Debütalbum in derart vielen Soundbeschreibungen anderer Acts auftauchen? Eigentlich komme ich mit so viel Elektronik nicht wirklich klar, aber Orgy haben mich überzeugt. Auf diesem Album gibt es viel zu entdecken, man muss nur offene Ohren haben.

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