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The Living End - Roll On

Roll On

Havin’ fun ain’t no crime! Punk’n’Roll mit Händchen und Füßchen.

Ich muss mich entschuldigen. Jedesmal wenn mir durch Zufall die VISIONS-Ausgabe Nr. 72 in die Hände fällt und mein Blick über die Noten und Ergebnisse der Basic-Division wandert, wo ich schmale vier Punkte für das letzte Living End-Album vergeben habe, durchzucken mich Scham und Reue: Verdammt, wie konnte ich nur? Und: Hoffentlich merkt es niemand. Wahrscheinlich hat der zeitgleich erscheinende Vandals-Klassiker „Hitler Bad, Vandals Good“ mein Urteilsvermögen getrübt und keine anderen Punker neben sich geduldet. Doch wie dem auch sei, Irren ist bekanntlich menschlich, und ich bin nicht der erste, der sich von seiner Vergangenheit distanziert. „Roll On“, das neue Album des Aussie-Trios, knüpft konsequent an die Messlatte an, die langzeitwirkend mit „14 Tracks“ gesetzt wurde. Die Band hat schließlich sich und ihren Sound gefunden. Mit Kontrabass und Verve wird gerockt, bis der Billy tanzt, das High Noon-Schlagzeug gibt fröhlich plackernd den Takt vor, und egal ob Rock’n’Roll-Versatzstücke, Schweinehardrock-Reminiszenzen, Ska-Duftmarken oder Punk-Roots demonstriert werden, die Klammer, die hier alles zusammen hält, heißt ‘Song’: Die Melodien der Sultans of Schwung gehen in die Vollen, stets eingängig, aber nie aufdringlich spaßvoll. Wer Living End schon einmal live gesehen hat, kann bestätigen, welche Spielfreude ihnen aus ihren Down Under-Ärschen scheint, und es freut einen dann immer wieder, wenn es einer Band gelingt, dieses Gefühl im Rahmen der Möglichkeiten auch auf Platte zu transportieren. Klar merkt man nicht nur anhand von Titeln wie „Riot On Broadway“, dass die frühen bis mittleren Clash auch in Australien in Punkrockers Muttermilch gemischt wird, am Ende des Tages besitzt „Roll On“ aber genug eigenes Profil, um der Band auch außerhalb ihrer Heimat die gebührende Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Leserbewertung: 8.0/12

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