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Meat Puppets - Golden Lies

Golden Lies

Bald 20 Jahre gelten die Meat Puppets nun als Synonym für erdigen, einfallsreichen Gitarrenrock. Doch mit dem Alter wuchern die Ideen selten üppiger.

Nicht dass „Golden Lies“ die Band aus Arizona zahn- und kraftlos präsentieren würde. Der kräftige, leicht hitverdächtige Opener „Armed And Stupid“ deutet an, dass die Kreativität der Fleischpuppen seit dem letzten, vor fünf Jahren erschienenen Album „No Joke“ nicht auf strenger Diät war. Aber mit der überschäumenden, geradezu hyperventilierenden Energie ihrer ersten Veröffentlichung, der „In A Car“-EP von ‘81, oder dem ein Jahr später folgenden, selbstbetitelten Debütalbum kann man das aktuelle Output selbstredend nicht vergleichen. Heute haben die beiden Brüder Cris (Bass) und Curt Kirkwood (Gitarre) nicht nur die Vierzig überschritten, sondern auch ihren Sound etwas mehr ‘adult orientated’ gestaltet. „Push The Button“ lullt einen mit seiner zuckersüßen Kindermelodie ein, „Wipe Out“ klingt wie ein Versuch, mal etwas heftiger zu rocken, der aber an der dafür zu glatten Produktion scheitert. Doch wenn man die gewisse Gediegenheit erst mal akzeptiert hat, offenbart das Album seine Stärken. Das rhythmisch und riffig abgedrehte „Tarantula“ ist zum Beispiel so ein Beweis, dass sich die Band ihren immer etwas schrägen Charme durchaus bewahren konnte. Und auch das folgende „Endless Wave“ gefällt mit seiner beswingten Melancholie. Wer Bands wie den Screaming Trees oder den Replacements nachtrauert, dürfte bei den Meat Puppets auch heute noch Trost finden.

Bewertung: 8/12

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