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0 Autor: Marcel Anders

The Velvet Underground - Peel Slowly And See

Peel Slowly And See

Das Unangenehme an Retrospektiven ist die damit einhergehende Vergänglichkeit populärer U-Musik. Und, was im Grunde noch viel schlimmer ist, sie geben uns ständig das Gefühl, eine mehr oder minder wichtige Klangepoche schlichtweg verschlafen oder überlebt zu haben.

Schwelgerische Liner-Notes lassen das Verblichene in ungeahntem Glanz erscheinen. Dabei erweisen sich willkürliche Zusammenstellungen aus Singles, Outtakes, Live-Takes und den obligatorischen Greatest-Hits in den meisten Fällen doch eher als reine Devotionalie für obsessive Sammler. Bei "Peel Slowly..." wollen die gängigen Vorbehalte jedoch ebenso wenig greifen wie handelsübliche Standards bezüglich des Packings. Schließlich unterteilt dieses opulente 5-CD-Set samt 86-seitigem Booklet das innovative Schaffen der Damen und Herren Tucker, Nico, Reed, Cale, Morrison und Yule in fünf Abschnitte, denen jeweils ein Tonträger gewidmet ist. Das wäre an sich nichts Besonderes, würden die 74 Tracks nicht von den Original-Scotch-Masterbändern stammen. Somit finden sich hier nicht nur die vier offiziellen Alben der Warhol-Günstlinge, sondern auch unveröffentlichte Demos, Live- und Alternativ-Versionen, sprich jeder verfügbare Tonfitzel, den V.U. jemals aufgenommen haben. Das gilt insbesondere für eine 6-Track-Demo-CD aus dem Jahre 1965 (Besetzung: Lewis Reed, Sterling Morrisson und John Davies Cale), welche u.a. früheste Versionen von "Venus In Furs", "Heroin", "Waiting For My Man" und "All Tomorrows Parties" enthält. Doch auch die übrigen CDs, allesamt bis zu 77 Minuten lang, warten mit erlesen Raritäten wie "Chelsea Girls", "Stephanie Says", "Temptation Inside Your Heart", "Foggy Notion", "Im Sticking With You" oder "I Love You" auf. Eine essentielle Angelegenheit.

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