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0 Autor: Harald Fricke

Lou Reed - Set The Twilight Reeling

Set The Twilight Reeling

Da sich Lou Reed seit 25 Jahren kaum verändert hat, sei zu "Set The Twilight Reeling" angemerkt, dass hier alles noch ein bisschen tiefer liegt.

Der Bass brummelt kurz über dem Fußboden, die Gitarre klingt wie durch Watte gefiltert, teils in der Nähe des Jazz. Das Spektrum: Kein Konzept à la "Songs For Drella" oder "Magic And Loss", sondern der komplette Abriss des Rock'n'Roll. Zur Eröffnung baut sich Reed ein sparsames Thema aus drei Akkorden zusammen und vertraut ganz auf die Stimme. Das anschließende "NYC Man" greift Balladen auf, die in den 70ern dominierten – leise bröckelnde Drums, leichter Überschlag im Gesang und fein arrangierte Bläser. Später findet sich mit "Sex With Your Parents Part II" ein nöliger Politsong, bei dem Reed die Attraktivität der Republikaner entsprechenden geschlechtlichen Verirrungen zuschreibt; "Hookywooky" kommt als knatternder Stomper daher, für "The Proposition" reicht eine sanfte Slide-Melodie, um über das amerikanische Seelenleben zu sinnieren. "The Adventurer" ist schroffer Folk, der Titeltrack ein charmanter Roadsong. Dann sind 50 beängstigend dichte Minuten zu Ende. Easy Songwriting, das im Gesamtwerk zwischen "Rock And Roll Heart" und "The Blue Mask" passt.

Bewertung: 9/12

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