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Tocotronic - K.O.O.K.

K.O.O.K.
  • VÖ: 01.01.1999
  • Label: L’Age D’Or/Motor
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 78

Außer den Protagonisten in Nick Hornby-Romanen haben wohl die meisten Menschen - mich eingeschlossen - ihre Plattensammlung erst alphabetisch und, wenn man mehrere Platten einer Band besitzt, dann nach Erscheinungsjahr sortiert. Ich weiß nicht warum, aber immer, wenn ich Tocotronic hören will, wandert mein Finger nach links, denn da steht „Digital ist besser.“ Und das, obwohl ich bis jetzt alle Tocotronic-Scheiben richtig mochte. Umfragen im Freundeskreis zeigen übrigens, daß ich nicht der einzige bin. Für „K.O.O.K“ war die Band neunzig Tage im Studio, hat den mit „Es ist egal, aber“ eingeschlagenen Weg mit Keyboards und Streichern zur Straße planiert, ist vielseitig wie nie. Vielleicht ist es das, was mir nicht gefällt. Vielleicht verbinde ich mit Tocotronic zuviel altes, um Gefallen an neuem zu finden. An dieser Platte fehlt mir die Direktheit, die die Band früher musikalisch und in ihren Texten auszeichnete. Wenn Dirk von Lowtzow vom „dunklen Königreich“ singt, das „nicht mehr aufzuhalten sein“ wird, muß ich immer an Star Wars denken - was natürlich falsch ist. Und bei „Let There Be Rock“, dem Song mit dem „Final Countdown“-Zitat, kommen Tocotronic zum ersten Mal überhaupt unsympathisch und überheblich rüber. Ist wahrscheinlich auch ganz anders gemeint, aber genau in diesen Mißverständnissen liegt das Dilemma einer Platte, die nicht so schlecht ist, wie sich das hier vielleicht liest. Es ist nur schwer, sich daran zu gewöhnen, einen Schlüssel zu benutzen, wenn die Tür früher immer offenstand. Ich glaube, ich bin ganz schön bedient.

Bewertung: 5/12
Leserbewertung: 10.2/12

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