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0 Autor: Martin Iordanidis

Tori Amos - Boys For Pele

Boys For Pele
  • VÖ: 22.01.1996
  • Label: Atlantic/Warner
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 43

Wer hätte dem Engel solch spitze Hörner zugetraut? Die braucht er auch, schließlich waren Männer im Spiel.

Daß Tori ihre Zähne fletschen kann, hatte man auf "Under The Pink" nur geahnt - da ging es in erster Linie um Frauen - solche, die tief verletzen können. Trotzdem: Sie töten nicht. Das bleibt jenen Verbindungen vorbehalten, die immer erst so intensiv werden müssen, daß sie über Sein oder Nicht-Sein entscheiden können. Tori ist. Auch wenn es manchmal verdammt knapp war. Zwar trifft Piano-Woman nach wie vor mitten ins Herz, sobald ihr typisches Hauchen der eigenen Stimme den Rang abläuft. Aber das Klanggewand hätte noch mehr aufs Wesentliche reduziert werden können; ein Groovepattern hier, ein Synthie-Bass da - das läßt zuviel übrig von der Mainstream-Kompatibilität, die Tori seit zwei Alben anhaftet und ihr spätestens jetzt nicht mehr so gut steht. Doch wichtiger als die Beschaffenheit ihrer musikalischen Medien ist vor allem eines: Für Songs wie "Hey Jupiter" oder "Blood Roses" mußte nicht viel nachgedacht werden. Diese Songs mußten nicht geschrieben werden, sie sind einfach passiert. Nein, wenig Hits. Nein, kaum Sing-alongs. Eigentlich mehr Feel-alongs. Denn unter dem Pink ist es oft tiefschwarz.

Leserbewertung: 10.3/12

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