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0 Autor: Vivien Stellmach

Circa Waves - Never Going Under

Never Going Under
  • VÖ: 13.01.2023
  • Label: Lower Third/Pias/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 358

Circa Waves singen zu zackigem Indierock über Zukunftsängste und den Mut, sich ihnen zu stellen.

Wie sieht unsere Welt in 30 Jahren aus? Im besten Fall schöner als heute, eine seriöse Prognose kann aber niemand stellen. Circa Waves haben ihr Bewusstsein für Umwelt und Politik zuletzt geschärft, weil Frontmann Kieran Shuddall nach dem vierten Album Sad Happy" Vater geworden ist. Die Liebe zu seinem Sohn hat ihn die zauberhafte Hymne "Carry You Home" schreiben lassen, in der er davon singt, alles Menschen mögliche für seinen Sprössling zu tun: "I would die for you, just to try and carry you home." Alle elf Songs auf "Never Going Under" sind aus der Perspektive des kleinen Shuddall geschrieben, sie klingen mal düster und tanzbar wie in "Do You Wanna Talk", mal verspielt und zappelig wie in "Hell On Earth". Doch Circa Waves schießen oft übers Ziel hinaus, mit "Want It All Today" landen sie geradewegs im Universum von Twenty One Pilots – das Piano hüpft darin ähnlich auf und ab wie in deren Hit "Mulberry Street". Auch "Golden Days" lässt sich von breitflächigen Synthesizern tragen, bevor die Band doch noch in einen sehnsüchtigen Refrain abbiegt. Das Konzept von "Never Going Under" ist gut, der bombastische Indiepop aber schlecht umgesetzt. "Living In The Grey" beendet das Album ruhiger und gefühlvoller, doch im Großen und Ganzen verstecken Circa Waves sich auf ihrem fünften Album hinter reinem Überschwang. Schade.

Bewertung: 6/12

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