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0 Autor: Stephan Kreher

Suck - Ribbit

Ribbit
  • VÖ: 23.09.2022
  • Label: La Pochette Surprise/Membran
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 355

Zur Seite mit dem zahnlosen Fender-Mustang-Garagen-Pop der Konkurrenz – Suck sind auf Blut aus.

Das suggeriert nicht nur das Cover von "Ribbit", die Musik der Band aus der nordhessischen Einöde verdeutlicht es mit Nachdruck. In Songs mit markigen Namen wie "Gravedigger", "Copkiller" oder "Lucifer" wüten sich Suck mit maximal verzerrten Gitarren und schepperndem Schlagzeug durch kurze Songs, die mal Richtung frühem Hardcore Punk ("Rip It"), mal Richtung Garage Rock ("Decadent Life") tendieren. Obwohl das Trio hier sehr orthodox zu Werke geht, lockern immer wieder unerwartete Passagen das Geschehen auf. Etwa der Black Sabbath zitierende Breakdown von "Mama's Got A Backpatch". Auch "Rat King" driftet in deren Doom-Gefilde ab, "Gimme Your Number" hingegen scheint geradewegs der frühen Skate-Punk-Szene Südkaliforniens entsprungen. Immer mal wieder blitzen Surf-Gitarren mit viel Twang oder psychedelischem Flanger durch, den Fuß nehmen Suck auf Albumlänge aber prinzipiell nicht vom Gas. Vor allem ist da aber diese herrlich punkige Attitüde, mit der Vorschlaghammer-Textzeilen wie "You should never get in my way/ Run you over/ I don't care" ins Mikro gekeift werden. Dass das Quartett trotzdem immer wie aus einem Guss klingt, zeigt, dass hier vielleicht infantile Musik gemacht wird, das aber mit einem Verständnis für den eigenen Sound, das weit über ein Debütalbum hinausgeht. Nur Hits schreiben wollen Suck trotz ihrer Gradlinigkeit anscheinend nicht. Das wäre aber auch nicht Punk.

Bewertung: 8/12

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