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0 Autor: Martin Burger

The Callous Daoboys - Celebrity Therapist

Celebrity Therapist

Das Tempo, der Überfluss und die brutalen Affekte der Callous Daoboys mögen zunächst abschrecken. Schnell entblättert sich jedoch ein Album voller Hooks und Kurzweil.

Das liegt hauptsächlich am zeitökonomischen Denken der jungen Band aus Atlanta: Wie sein Vorgänger "Die On Mars" (2019) dauert "Celebrity Therapist" nur rund 35 Minuten. Lange genug für Ausformulierungen, kurz genug, um angefixt wieder zum Start zu skippen. Man könnte vielleicht etwas verpasst haben. Nein, nicht vielleicht, ganz sicher sogar. Es ist den Callous Daoboys anzumerken, dass sie sich beim Thema Radiohead in zwei Lager spalten, dass sie einerseits mit Korn aufgewachsen sind und alle Projekte von Mike Patton und Greg Puciato auswendig kennen, aber auch obskuren Alternative wie Margot & The Nuclear So And So's schätzen – und vor allem, dass ihr Frontmann Carson Pace bei der Bandgründung die Frühphase von Biffy Clyro bis einschließlich "Infinity Land" im Sinn hatte. So lassen sich die Math-Riffs und das Industrial-Electro-Gezirpe vereinen mit harmonischen Parts, in denen Pace zeigt, dass er wirklich singen kann. Das klingt dann eben manchmal, als würde es das letzte Album von Dillinger Escape Plan mit dem ersten von Panic! At The Disco auf der Flugzeugtoilette treiben, aber erstens sind beide Platten in Ordnung bis sehr gut und zweitens muss man es erstmal fertigbringen, dass einem dann noch jemand zuhören will. Wer daran zweifelt, halte sich ans Titelstück und an die emotionale Selbstzerfleischung "Star Baby".

Bewertung: 9/12

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