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No Age - People Helping People

People Helping People

Seinen Versuch, nach einer Band zu klingen, lässt das LoFi-Duo hinter sich und offenbart, was eigentlich in No Age steckt: zwei Typen mit viel Spaß daran, ihren Sound und ihr Studio zu dekonstruieren.

Oder besser gesagt ihre Garage; ihr angestammtes Studio mussten Randy Randall und Dean Spunt mit Eintreten der Pandemie zwangsräumen und nahmen ihr sechstes Album in Randalls Garage auf – erstmals in Eigenregie produziert. Wie sie diesen Perspektivwechsel verarbeiten, damit halten sie kaum hinter dem Berg. So wirft "People Helping People" im Opener "You're Cooked" die Frage auf, ob hier überhaupt die Band zugange ist, die für das undurchdringliche Noise-Amalgam auf "Nouns" (2008) verantwortlich war. Wo einst Punk wütete, wabert schon zu Beginn verschrobener Ambient à la Aphex Twin. Auch "Compact Flashes" erinnert mit pumpendem Beat eher ans Berliner Kraut-Kollektiv Camera, während Spunt zu den verwaschenen Gitarrenspuren in "Plastic (You Want It") ätzt wie Mark E. Smith. Zugegebenermaßen knarzte und klackerte es schon bei "Goons Be Gone" (2020) an allen Ecken und Enden, als sich das Duo aus L.A. immer öfter am Experimental-Rock von The Velvet Underground versuchte – auf Kosten der Eingängigkeit. Da die besten Momente der neuen, an fragmentierte Demos erinnernden Stücke die sind, in denen No Age einen den Dreck ihrer Garage schmecken lassen, dürfte "People Helping People" vorerst nur ein Zwischenschritt ihrer bevorstehenden Avantgarde-Transformation sein.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 7.0/12

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