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0 Autor: Anke Hügler

Crippled Black Phoenix - Banefyre

Banefyre
  • VÖ: 09.09.2022
  • Label: Season Of Mist/Soulfood
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 354

Es ist der tragische Heroismus der Außenseiter, der Crippled Black Phoenix' zehntes Album markiert – als Stärke und Stolperstein gleichermaßen.

Unter dem Slogan "Think Different" schmückte sich schon Ende der 90er ein Tech-Gigant mit der potenziellen Virtuosität all derer, die in kein Schema passen. "Think different if you’re rich/ And if you’re born silverspoon up your ass", schießen Crippled Black Phoenix im für die Band typischen Sample aus "Incantation For The Different" dagegen und geben damit den Ton des Albums vor. Auf knapp 100 Minuten würdigt das Kollektiv um Multiinstrumentalist Justin Greaves und Sängerin Belinda Kordic die zur Hexe, zum Tier, zum gesellschaftlichen Bodensatz Erklärten und spielt sich dabei erfolgreich selbst aus dem Bereich der bekannten Kategorien: "Banefyre" hat die prägnanten Gothrock-Hymnen von "Horrific Honorifics" oder "Ellengaest" genau wie die überlangen Post-Rock-Monumente von "Great Escape" und bleibt dabei stets unberechenbar, wie der irgendwo zwischen Integrity und Mantar zu verortende Bonustrack "No Regrets" noch einmal unterstreicht. Wenn Kordic und ihr neuer Bandkollege Joel Segerstedt im Finale von "Blackout77" schließlich die New Yorker Unruhen von 1977 wiederaufleben lassen, spürt man unter all dem themenbedingten Pathos des Albums die unbändige Energie einer Band, die ihrer Einzigartigkeit deutlicher denn je ein Monument setzt. Ob Phönix oder hässliches Entlein – darüber entscheidet wie immer nur die Perspektive.

Bewertung: 8/12

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