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0 Autor: Christian Wiensgol

Death Cab For Cutie - Asphalt Meadows

Asphalt Meadows

Nach ein paar durchwachsenen Alben schaffen Death Cab For Cutie auf ihrer zehnten Platte den Spagat zwischen Pop-Appeal und Experimentierfreude.

Es war als Fan zuletzt nicht leicht, und Glanztaten auf Albumlänge gehören wohl der Vergangenheit an. Das ändert auch "Asphalt Meadows" nicht. Aber das Album sendet an den richtigen Stellen die richtigen Signale. Im Opener gar mit falscher Fährte: 50 Sekunden lang pluckert "I Don't Know How I Survive" gefällig dahin, bis der Refrain so sehr aufdreht, dass man im Bandkontext von Lärm sprechen kann. So lange haben Death Cab For Cutie das Spiel mit der Lautstärke nicht mehr als Stilmittel benutzt, das hier vor allem Fans ihrer Anfangstage hellhörig werden. Verzerrt und angriffslustig geht es in die kurze Single "Roman Candles" über, die mit rasendem, elektronischem Beat irritiert und fasziniert. Natürlich wird "Asphalt Meadows" im Verlauf wieder anschmiegsamer, aber es bleibt kein Zweifel, dass Death Cab For Cutie sich neu justiert haben. Gab Ben Gibbard nach dem Abgang von Chris Walla 2015 noch zu Protokoll, dass die gesamte Zukunft der Band auf seinen Schultern laste, zeigt nicht zuletzt der Blick in die Credits, dass die neue Besetzung endlich zusammengewachsen ist. Das Markenzeichen der Band bleiben aber Gibbards Stimme und Texte. Meisterhaftes Beispiel: In "Foxglove In The Clearcut" lässt er einen Naturbeobachter die Misere der Menschheit schmerzlich pointiert darlegen und verzichtet dafür in den Strophen sogar auf Gesangsmelodien.

Bewertung: 8/12

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