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Ty Segall - Hello, Hi

Hello, Hi

Der nimmermüde Garage-Rocker hat ein so unspektakuläres wie schönes Album aufgenommen.

Dass der blonde Kalifornier nicht die Nerven dafür und die Lust dazu hat, in einer Tour pralle Doppel-LP-Meisterwerke wie "Manipulator" (2014) und "Freedom’s Goblin" (2018) zu veröffentlichen, hat er längst klargemacht – und das mit knackigen bis erratischen Alben untermauert, im Februar dieses Jahres etwa mit der Soundtrack-Arbeit zu "Whirlybird". "Hello, Hi" zeigt Segall nun wieder von seiner Singer/Songwriter-Seite und vornehmlich an der akustischen Gitarre, aber gelegentlich auch an der elektrisch verstärkten sowie an Drums, E-Piano und Bass. Charles Moothart hilft bei drei Songs am Schlagzeug aus, Mikal Cronin steuert das Saxofon zum melancholisch fließenden "Saturday Pt. 2" bei. Und von den Oaklander Kollegen The Mantles nimmt sich Segall deren 2009er-Power-Pop-Song "Don't Lie" vor und macht daraus einen verträumten Folk-Song. Frech ist, dass Segall zunächst mit dem Titelsong rausgegangen ist. Das ist ein kräftiger Garage-Rocker, der aber gar nicht stellvertretend für das zugehörige Album steht. Höchstens "Looking At You" kokettiert gelegentlich mit fuzzigen E-Gitarren (und einem Rhodes-Piano), bleibt aber zahm. Akzeptiert man den Folker Segall – was machbar sein sollte, immerhin hat er schon immer Folk-Songs gespielt, man höre etwa die Alben "Goodbye Bread" und "Sleeper" –, erfreut "Hello, Hi" als intimes, vielschichtig und direkt klingendes Album.

Bewertung: 8/12

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