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0 Autor: Stefan Reuter

Grey Daze - The Phoenix

The Phoenix

Grey-Daze-Schlagzeuger Sean Dowdell schießt übers Ziel hinaus, wenn er "The Phoenix" als die "Wiedergeburt" von Chester Bennington bezeichnet. Hörenswert ist das Album dennoch.

Wie angemes­sen diese dritte posthume Veröffentlichung von Gesangsaufnahmen des Linkin-­Park­-Sängers fünf Jahre nach dessen Suizid ist, bleibt Ermessenssache. Objektiv betrachtet ergänzt sie das gelungene "Amends" von 2020 um deutlich aggressivere Töne und fällt lange nicht so schal aus wie die dazwischen liegende Akustik-­EP. "Saturation (Strange Love)" und "Starting To Fly" fackeln nicht lange und lassen einen schreienden Bennington von der Kette, der zwar noch nicht ganz auf seinem späteren Niveau agiert - die verwendeten Gesangsaufnah­men stammen aus den Jahren 1994 und 1997 - wohl aber verdeut­licht, welche Authentizität in seinem Gesang liegt. Live würden diese Alternative­-Hymnen wohl noch besser funktionieren. Ähnlich verhält es sich mit "Holding You", zu dessen stampfendem Schlagzeug Jane's­-Addiction-­Gitarrist Dave Navarro ein Gitarrensolo beisteuert. Er ist nicht der einzige Gast: In "Believe Me" ist Filter­-Sänger Richard Patrick zu hören, "Hole" wartet sogar mit den Töchtern Benningtons auf. Spätestens hier stellt sich erneut die Frage, wann Ehrerbietung endgültig in Kalkül kippt. Die Antwort darauf muss jeder für sich selbst finden. Rein musikalisch betrachtet bietet "The Phoenix" Fans eine schöne Gelegenheit, Bennington ein weiteres Mal auf seinem Weg zum Ausnahmesänger zu erleben.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.0/12

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