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0 Autor: Juliane Kehr

Soccer Mommy - Sometimes, Forever

Sometimes, Forever

Soccer Mommy sucht Klarheit in der Unschärfe und findet dunkle Schattierungen jenseits von Zuckerwatte-Pop.

Schon im Opener "Bones" stellt die gebürtige Sophie Allison zu süßen Indie-Gitarren die unangenehmen Fragen: Wie weit darf man in einer Beziehung gehen? Gibt es ein zu viel an Nähe, beim Versuch ständig über sich hinaus- und dem anderen entgegenzuwachsen? "I've bled you out and patched you up again/ Far too much to call it love", singt Allison zu lieblichen Melodien. Im folgenden "With U" funkeln zunächst flirrende Synthie-Elemente, bevor sich Soccer Mommy wieder hallendem LoFi-Sound verschreibt. Angenehm düster, fast ein bisschen geheimnisvoll spinnt die Sängerin diesen Soundfaden in "Unholy Affliction" fort. Pulsierende Beats nehmen das Schlagzeug vorweg, dessen Einsatz dann einen unscharf auslaufenden Industrial-Sound erzeugt und Soccer Mommy plötzlich viel weniger nach Genrekolleginnen wie Phoebe Bridgers und mehr nach den verruchten Sounds von Chelsea Wolfe klingen lässt. Auch das verhallte "Darkness Forever" führt diesen Weg schwerfällig und verträumt fort: Beinahe doomige Gitarren blühen auf dem Fundament eines schleppenden Basses auf, während Synthesizer eine Handbreit über dem Boden übers Fundament schmirgeln. Im abschließenden Still singt Allison "I don't know how I feel tonight" und später im Song "I did it still". Das steht auch exemplarisch für die teilweise Weiterentwicklung ihres Sounds, die gern noch tiefer gehen darf.

Bewertung: 8/12

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