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0 Autor: Stefan Reuter

Caliban - Dystopia

Dystopia

Die Hooks sitzen, die Breakdowns knallen. Mehr Worte bräuchte man zu einem neuen Caliban-Album auch nicht zu verlieren. Das kann als Kompliment aufgefasst werden, Stichwort: Wertbeständigkeit.

Gut, "Dystopia" kommt dem Zeitgeist entsprechend etwas düsterer daher als das bislang letzte reguläre Album Elements, aber da geht es nur um Nuancen. Der Titelsong fackelt nicht lange, lädt Annisokay-Sänger Christoph Wieczorek zum Refrain ein und jagt anschließend den Moshpit in die Luft. Es fällt dabei auch nicht weiter ins Gewicht, wie plump im Songtext die soziale Verrohung insbesondere online dargestellt wird: "I hate myself/ I hate all of you/ Ones and Zeros/ Who the fuck are you!?" Dafür gibt sich Sänger Andreas Dörner voller Elan, mehr noch tut er das mit Unterstützung von Marcus Bischoff von Heaven Shall Burn, wodurch "virUs" die The Split Programm-Zeiten ins Gedächtnis ruft. Überhaupt hat es etwas Nostalgisches, Caliban 2022 zuzuhören und dabei festzustellen, dass sie sich natürlich entwickelt haben, aber im Grunde noch die exakt selbe Band wie Anfang des Jahrtausends sind. Erst recht gilt das, wenn "Phantom Pain" in bulliger Hardcore-Manier Backpfeifen verteilt und Dörner in "Hibernate" klagend fragt, wo er denn nun hingehört. Das Highlight der Platte trägt aber den Titel "Dragon" und gerät mit Gast-Gegrunze von Job-For-A-Cowboy-Sänger Jonny Davy zu einem bösartigen Stück Metalcore, das dennoch die große Geste findet. Caliban wissen schon, was sie tun.

Bewertung: 8/12

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