Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Ingo Scheel

Sons - Sweet Boy

Sweet Boy

Das belgische Quartett entflammt sich und sein Publikum mit Post-Punk der energischsten Art.

Um auf Sons steil zu gehen, reicht im Prinzip ein Video: "Nothing", ein anarchischer Clip über eine Hausparty, die aus dem Ruder läuft, als hätten die Macher von "Ex Drummer" ihre Version von Smashing Pumpkins’ 1979 verfilmt. Die Band dreht durch, das Publikum ebenso, die Eltern kommen zu früh nach Hause, Muttern hält mit der Nebelmaschine rein – und am Ende brennt alles lichterloh. Die Musik von Sons verfügt über diese befreiende Härte. Sie ist ein krachendes Post-Punk-Derivat, das seinen brachialen Mix mit Hardcore der dritten und vierten Generation anreichert, die Gitarren unterm Kinn trägt und die ein oder andere Idles-Show inhaliert hat. Die Jungs kennen sich seit Kindertagen, die gemeinsame Geschichte befeuert ihren Sound umso mehr. Gleich mit "Succeed" zum Auftakt steht man knietief drin. Im Titelstück wechseln sich Breaks mit dezentem Synthie-Teppich unter den Gitarren ab, "L.O.V.E". macht mit Wäscheleinen-Bass Meter, "Another Round" schwenkt die Lederjacke Richtung Black Rebel Motorcycle Club in deren Anfangstagen. Überhaupt: Die Frage, was mit ihrem Rock'n'Roll passiert ist, stellt sich für die Belgier zu keinem Zeitpunkt. Vielmehr klauben sie sich noch ein paar abgenagte Brocken Glam zusammen, stibitzen den Easybeats in "Bike" das Intro und erinnern ans alte Festival-Mantra: Der letzte zündet den Bus an. Streichhölzer gefällig? Ach, lodert ja schon.

Bewertung: 9/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.