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0 Autor: Anton Stechonin

Samavayo - Payan

Payan

Inmitten von politischen und persönlichen Konflikten behalten Samavayo die Orientierung mit gestochen scharfen Stoner-Prog-Riffs und drängenden Plädoyers für die Menschlichkeit.

"Abandoned in this cage/ Surrendered to their rage“, prangert Sänger Behrang Alavi unverblümt die schreckliche Lage der afghanischen Bevölkerung an, nachdem die Taliban das Land praktisch ohne Gegenwehr übernehmen konnten. Es kommen apokalyptische Wogen im Opener von "Payan" auf, komplexe und düstere Gitarren und frenetisch Salto schlagendes Schlagzeug kündigen das Ende der Zeit an. Der Albumtitel ist zwar das persische Wort für den oft negativ behafteten Begriff "Ende", die Songs finden allerdings oft Trost darin, dass nicht nur positive, sondern auch schlechte und damit besonders beendenswerte Dinge vorbeigehen. Für den thematischen Neuanstrich münzen Samavayo den dickflüssigen und schwer zu durchdringenden Sound des 2018er Vorgängers "Vatan" um. Ohne großen Jam-Faktor und doomige Schwere, dafür mit gleichermaßen detailverliebten wie harten Stoner-Gitarren und verspielt krummen Taktarten geben sich Samavayo nüchterner und fokussierter denn je. Gleich zwei Stücke auf Persisch sind diesmal dabei: Neben dem brachialen Titelsong covert die Band den 1977er Trennungssong "Talagh" der iranischen Popsängerin Googoosh, der sich fantastisch einfügt und ebenfalls dazu beiträgt, dass die 20-jährige Bandgeschichte nun zum dritten Mal hintereinander einen vorzeitigen Höhepunkt erreicht.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 9.0/12

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