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Beach House - Once Twice Melody

Once Twice Melody

Vier-Ohren-Test

Beach House And The Infinite Sadness. Der Maximalismus steht ihnen, ein Doppelalbum ist da konsequent. Bleibt eigentlich nur eine Frage: Wird das auf Dauer nicht langweilig? So beliebt das Duo in seiner verträumten Zielgruppe auch ist, die Musik hat die Tendenz, wie Wasserfarben ineinander zu laufen, bis selbst Hardcore-Fans kaum mehr wissen, welcher Song auf welchem Album ist. Jetzt kommen 84 weitere Minuten im Hypnose-Tempo dazu, arrangiert in vier "Chapters", die keine inhaltliche Gliederung erkennen lassen. Auch die Wortmaschine scheint zu hängen: Vokabeln wie "stars", "skies", "shadows" und "eyes" kommen gefühlt in jedem Stück vor, bis man sich fühlt wie bekifft im Planetarium. Das mit den Gefühlen funktioniert aber eben auch ohne Rauschmittel, denn "Once Twice Melody" ist bei aller akustischen Sanftheit die aktuell militanteste Aktion gegen das Playlisten-Aufmerksamkeitsdefizit, ein wahres Floating-Becken für die Sinne. Und weil man es mit Beach House zu tun hat und nicht mit New-Age-Gedudel, hört man auch nicht seinen Gehirnzellen beim Vertrocknen zu, sondern erkennt am detailreich arrangierten Klangfirmament immer wieder neue Konstellationen. Wäre das Album noch ein wenig länger, würde man die Krümmung der Zeit hören.
9/12 Markus Hockenbrink

Beach House baden nur zu gern in melancholischem Pomp, mit "Once Twice Melody" läuft die Wanne nun über. Nachdem sich die bisherigen sieben Alben von Beach House nur dadurch unterschieden, wie schnell man dabei einschläft, ist von den Innovatoren der Langeweile keine Innovation zu erwarten, aber ein Ass haben Victoria Legrand und Alex Scally im Ärmel ihres Schlafanzugs: ihr Veröffentlichungskonzept. Statt klassische Singles und danach ein Album zu veröffentlichen, hat das Duo über mehrere Monate hinweg vier EPs herausgebracht, die sie nun zu "Once Twice Melody" zusammenfassen. Dass sie damit außerhalb der typischen Albenzyklen denken, ist einerseits interessant, anderseits gibt es statt der rund zehn Stücke auf dem Vorgänger dieses Mal fast 20 quälende Stücke schwerfälligen Dreampop mit kaum mehr Variation als der Menge an lieblichem Gesäusel von Legrand und dem Glitzer-Anteil der Synthies hinter den repetitiven Drum-Loops. Außerdem werden auch noch die angenehm düsteren Shoegaze-Experimente des überraschend guten Vorgängers "7" in "Hurts To Love" im Prunk der 80er ertränkt und spätestens ab "Finale" - das in der Albummitte übrigens kein Finale ist - ist man eh schon so aufgeweicht und schrumpelig, als hätte man zu lange in der Badewanne gesessen.
5/12 Jonas Silbermann-Schön

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