Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Markus Hockenbrink

Spoon - Lucifer On The Sofa

Lucifer On The Sofa
  • VÖ: 11.02.2022
  • Label: Matador/Beggars/Indigo
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 347

Das Beste, was Spoon mit ihrem zehnten Album passieren könnte, wäre, wenn jemand die Platte aus der Indie-Sektion herausnimmt und heimlich jedem Fernfahrer überspielt, der seit drei Tagen nicht mehr geschlafen hat.

Mick Jagger, Black Keys, ZZ Top. In einer anderen Welt wären das die Typen, mit denen Britt Daniel rumhängt, nachdem er sich gerade wieder ein Gürteltier zum Frühstück gegrillt hat. Es ist keine Beleidigung, wenn man sagt, dass der Rock'n'Roll für Spoon circa 1972 seinen Höhepunkt erreicht hat und seitdem ganz generell etwas ist, das man eher perfektioniert als weiterdenkt. Dass die Texaner mit ihrem sehnigen Swagger seit 25 Jahren als Indierock durchgehen, dürfte mittlerweile fast verkaufsschädigend sein. Songs wie "Held" und "The Hardest Cut" sind fast völlig unbeleckt von den musikalischen Brüchen, die Indie-Stubenhocker sonst so schätzen. Stattdessen schnalzen die Gitarren, vibriert der Rhythmus, beißt die Stimme aggressiv zu. Luzifer auf seinem Sofa würde nicht stillsitzen, hätte Spaß an der fettfreien Darbietung, würde wissen wollen, wie es sich mit dem einen Huf tanzen lässt. Damals auf "Gimme Fiction" haben es Spoon mal kurz versucht mit abgedunkelter Atmosphäre, aber dann haben sie gemerkt, dass diese Aura sie eh dauernd umgibt. "Lucifer On The Sofa" ist modern und zeitlos zugleich, nur das mit den Fernfahrern muss man zurücknehmen: Spätestens beim diabolisch entspannten "Astral Jacket" wären die übermüdeten Kerle geliefert.

Bewertung: 8/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.