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0 Autor: Christian Steinbrink

Madrugada - Chimes At Midnight

Chimes At Midnight

Ihr Comeback-Album zeigt, dass Madrugada kaum etwas von ihrer früheren Klasse eingebüßt haben. Sie sind bloß älter geworden

Elf Jahre hat es gedauert, bis Madrugada nach ihrer durch den frühen Tod von Gitarrist Robert Burås ausgelösten Auszeit wieder gemeinsam auf der Bühne standen. Der Anlass war der 20. Geburtstag ihres Debüts "Industrial Silence" 2019. Eine lange Zeit, die an keinem der Bandmitglieder spurlos vorbei ging. Frontmann Sivert Høyem nutzte sie für eine erfolgreiche Solokarriere, der Rest zog sich in Studioarbeit und ins Private zurück. Ihr Comeback-Album "Chimes At Midnight" ist nun – 14 Jahre nach Madrugadas bislang letzter, selbstbetitelter LP – ein Paradebeispiel dafür, wie eine so lange Zeit eine Band verändern kann. Grundsätzlich sind die Norweger ihrem stoischen, von Blues infizierten Rock zwar treu geblieben. Gleichzeitig klingt das Album deutlich gemächlicher und ruhiger als ihr bisheriges Werk. Die schroffen, meist durch Burås’ Gitarrenspiel ausgelösten Momente sind verschwunden, stattdessen besitzt "Chimes At Midnight" alle Merkmale eines Alterswerks von Männern in ihren besten Jahren: klare und kraftsparende Arrangements, große Gesten samt Orchester-Untermalung sowie ein sachter Hang zu Theatralik. Das passt gut zu Madrugadas Stil und gelingt nicht zuletzt auch wegen Høyems nach wie vor beeindruckender Gesangsleistung. Aber es ist auch völlig offensichtlich, dass sich die Band damit ganz bewusst dem klassischen Radio-Rock annähert.

Bewertung: 7/12

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