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0 Autor: Vivien Stellmach

Shout Out Louds - House

House
  • VÖ: 18.02.2022
  • Label: Bud Fox/Pias/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 348

Früher schrieben Shout Out Louds wahre Pop-Hymnen, jetzt klingen sie noch mehr nach The Cure – und sehnen sich auf "House" danach, dem Alltag zu entfliehen.

In 20 Jahren haben die Schweden alle Grenzen ausgelotet, die es in ihrem Kosmos zwischen fröhlichem Indierock und düsterem Post-Punk gibt. Ihre Songs pendelten sich zwischen Hoffnung und Verzweiflung ein, zuletzt auf dem fünften Album "Ease My Mind"(2017) musikalisch sehr üppig. Für den Nachfolger haben Shout Out Louds es wieder ruhiger angehen lassen: Der Opener "As Far Away As Possible" will sich mit schwelgerischen Gitarren möglichst weit weg vom trüben Stockholm träumen, Sänger Adam Olenius gelingt der Spagat zwischen Melancholie und Euphorie besonders im Refrain hervorragend. "High As A Kite" klingt etwas fröhlicher und erinnert nicht nur wegen der schönen "Where is my mind?"-Momente an die Pixies. Weil die Band erneut mit Produzent Björn Yttling (Franz Ferdinand) zusammengearbeitet und die Songs möglichst roh und minimalistisch geformt hat, überzeugen diese zudem mit einer Portion Nostalgie. Aber das Album hat auch Schwachstellen: "Sky And I (Himlen)" etwa vermittelt mit verspielten Synthesizern ständig den Eindruck, als würde Keyboarderin Beben Stenborg, die hier die Hauptstimme singt, irgendwann ausbrechen. Stattdessen treibt der Song fade vor sich hin. Trotzdem ist "House" ein gutes Album, um sehnsüchtig am Wasser zu sitzen und den Blick ins Leere schweifen zu lassen.

Bewertung: 7/12

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