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0 Autor: Ulf Imwiehe

Rauchen - Nein

Nein

Einfach mal alles aufreißen: Das Maul, den Verzerrer, den Kopf. Die Hamburger Punks Rauchen zünden sich eine an. Und dann die Welt.

Das hat man gerne, sich dem Punk-Spirit verschreiben, aber auf Kunst machen. Doch nur so geht es, will man überhaupt noch Worte und Gesten finden, die der Beschissenheit entsprechen, die Rauchen um den ehemaligen VISIONS-Mitarbeiter Philipp Oppenhäuser gleichermaßen besingen und bekämpfen. Ein Album, zusammengesetzt aus drei EPs, die wiederum aus jeweils vier Songs bestehen, wovon schließlich jeder eines der Themen Feminismus, Polizeigewalt, Kapitalismus und Liebe behandelt: So geht Scumfuck mit Niveau und Aussage. Keine Sorge, die Abokarte vom Staatstheater können wir auch weiterhin dafür nutzen, Joints aus Wut darauf zu bauen. Denn Rauchen qualmen nicht nur, sie brennen vor allem. EP 1 wirft ein kühles Post-Punk-Licht auf die Sujets, während EP 2 die Hardcore-Wurzeln der Band aufgreift und die dritte EP schließlich beides auf den NDW-Dancefloor überführt, allerdings mit ganz viel Doom und Düsternis im Geschirr. „Alles was ich tu/ Es fühlt sich gut und/ Nicht nach Mut an“, singt Frontfrau Nadine in "Schlüsselkind" und der Schrecken und der Zorn liegen im Ungesagten, nämlich in einem Erleben, worin Sicherheit und Autonomie immer nur das meinen, was einem zugestanden wird von der Macht und den Arschlöchern. Ein Album aus Feuer, Eis und Dosenbier. Schick bitte jemand diese Band mit den Berlinern Gewalt auf Tour!

Bewertung: 9/12

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