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0 Autor: Jakob Uhlig

Geese - Projector

Projector
  • VÖ: 29.10.2021
  • Label: Partisan/Pias/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 344

Ausgeklügelt, eigenständig, überraschend und dabei sogar irgendwie oldschool – Projector von Geese vereint viele Eigenschaften, die man dem Debüt einer blutjungen Band kaum zuschreiben würde.

Es spricht für den guten Zustand von Post-Punk, dass immer mehr Newcomer mit verdammt aufregenden Platten um die Ecke kommen. Geese klingen im Schatten von Bands wie Black Midi, Idles oder Black Country, New Road deutlich stärker an den ursprünglichen Genre-Vertretern aus den 80ern orientiert. "Low Era" erinnert mit seiner klirrenden Ästhetik und seiner gleichzeitig unwiderstehlichen Eingängigkeit an das, womit New-Wave-Bands wie die Talking Heads einst die Welt erobert hatten. Das funktioniert bei Geese noch heute – vor allem, weil zahlreiche Songs kluge Songwriting-Schachzüge bereithalten. "Fantasies/Survival" zieht zum Finale völlig unvermittelt das Tempo an und leitet in einen herrlich ungenierten Instrumentalteil über, dessen ungestümes Gitarrensolo dem Album bei aller kompositorischen Weitsicht einen Touch von sympathischer Naivität gibt. "Exploding House" erweitert seinen schillernden Sound mit Bläserverstärkung, das ruhigere "First Wold Warrior" endet in einer wundervoll-sphärischen Klimax und "Opportunity Is Knocking" leitet aus einem Geigensolo ins krachend-treibende Post-Punk-Finale der Platte. Musik, die einen Sound runderneuern kann, weil sie ihn durch schlaues Songwriting in immer neue Höhen treibt – davon braucht Rock mehr.

Bewertung: 9/12

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