Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Florian Zandt

Underoath - Voyeurist

Voyeurist
  • VÖ: 14.01.2022
  • Label: Spinefarm/Universal
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 347

Metalcore ist nicht für seine Innovationsfreude bekannt. Auch die einstigen Genre-Vorreiter Underoath köcheln trotz Trap-Rapper- Feature ein altbekanntes Süppchen. Es passte gut, dass Underoath sich nach "Ø" und einer letzten Tour 2013 auflösten.

Das Jahrzehnt des Emocore war lange vorbei, das Genre auserzählt. Dass die Band fünf Jahre später mit "Erase Me" ein Comeback feierte und obendrein mit metallischen Gitarren, wuchtigen Breakdowns und der Rückkehr des langjährigen Drummers Aaron Gillespie dem organisierten Christentum den Marsch bliess, hätte niemand erwartet. Der Ansatz hinter "Voyeurist" ist der gleiche wie 2018. Bereits der Opener "Damn Excuses" krempelt die Ärmel hoch und watscht die institutionalisierte Kirche mit galoppierendem Schlagzeug, tieftönenden Düstergitarren und unheiligen Synthies im Hintergrund ab, obligatorischer Breakdown inklusive. Stärker als im Opener wird "Voyeurist" allerdings nicht mehr. Die Band beschränkt sich auf die kompetente Rekombination von luftig-atmosphärischen Klangflächen der Marke Circa Survive, elektronischen Einsprengseln, dem präzisen Schlagzeugspiel Gillespies und Halftime-Riffing, das unter einem zu dumpfen Gitarrensound leidet. Spannend wird es nur noch einmal bei "Cycle", in dem Rapper Ghostemane sich zurück zu seinen Metal-Wurzeln shoutet, und dem darauffolgenden "Thorn", dessen Breakbeat-Schlagzeug Spencer Chamberlains Geschrei kontrastiert. Für das Prädikat "Besonders wertvoll" reicht das nicht, für ein "Solide" aber allemal.

Bewertung: 7/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.