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0 Autor: Jakob Uhlig

The Death Set - How To Tune A Parrot

How To Tune A Parrot
  • VÖ: 10.09.2021
  • Label: This Charming Man/Cargo
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 342

In den vergangenen zehn Jahren haben The Death Set abseits ihrer Live-Aktivitäten nur eine achtminütige EP zustandegebracht. Ist da jemand ausgelaugt? Danach klingt "How To Tune A Parrot" mitnichten.

Wer Fan von Punkrock ist, hat entweder eine hohe Toleranzschwelle oder ist so hingebungsvoll, dass er sich durch die nach wie vor eintrudelnden Massen von Standardware wühlt, um darunter die wenigen Perlen zu finden. Die Luft wird dünner in einem Genre, das mittlerweile über 40 Jahre auf dem Buckel hat und sich mit Entwicklungen per se schwertut. Dem neuen Album von The Death Set kann man auch nicht vorwerfen, es würde die längst notwendige Revolution entfachen. Aber "How To Tune A Parrot" macht als Album endlich mal wieder so viel Bock, dass man die musikalische Stagnation des Genres für eine knappe halbe Stunde vergisst. Das liegt vordergründig daran, dass The Death Set ein Händchen für Energie haben. Dazu tragen die krachenden Beats und die manischen E-Drums bei, die einem Song wie dem genialen Opener "Overload Damage" eine ganz andere Klanggewalt verleihen. Zum anderen können The Death Set etwa in "Closed Eyes" aber auch immer wieder so packende Refrains schreiben, dass selbst diejenigen Lust aufs Tanzen bekommen, deren Sitzfleisch sich durch eineinhalb Jahre Home-Office verdoppelt hat. "How To Tune A Parrot" wird vielleicht keinen Platz im Geschichtsbuch finden. Aber es bietet so geil bekloppte Musik, dass man es einfach geil finden muss.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 11.0/12

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