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0 Autor: Frederik Tebbe / Anke Hügler

Nathan Gray - Rebel Songs

Rebel Songs

Vier-Ohren-Test

Nathan Gray singt "Rebel Songs" und verarbeitet die politischen Tumulte der vergangenen Jahre. Seine Waffen der Wahl für die Rebellion: Positive Mental Attitude und die Liebe zur Musik. "If you gotta believe in something, believe in us/ As the world comes crashing down/ Find a new song and rise up", singt er im eingängigen und energiegeladenen Titelsong, an dem auch Tim McIlrath von Rise Against beteiligt ist. Zugegeben, das ist nicht der innovativste Gedanke, den der Sänger je hatte, aber trotzdem einer, der verfängt. Musik, wie sie Gray in seinen Bands und Projekten macht, war immer ein Trostpflaster - und ein solches ist auch "Rebel Songs". Nachdem er auf seinen Alben "Feral Hymns" und "Working Title" vor allem die eigenen Dämonen angegriffen hat, knüpft sich der Boysetsfire-Frontmann nun das Weltgeschehen vor. Wie der Vorgänger ist sein drittes Album eine Platte mit voller Band, was seinem Sound guttut. Wenngleich Zeilen wie "I was born to fight till the war is won" etwas abgestanden klingen, atmet Gray auf "Rebel Songs" den Punkrock im Geiste von The Clash oder auch den späten Anti-Flag: "The Reckoning", "No Pasaran" oder "Capitol Stairs" sind lupenreiner Protest-Punk, den er mit seiner eindringlichen Stimme mitreißend gestaltet.
8/12 Frederik Tebbe

Mit zwölf Songs und geballter Faust kämpft Nathan Gray für Veränderung. Mehr als Posen hat er nicht zu bieten. Etwas verwundert wären die Verteidiger:innen Barcelonas wohl schon darüber gewesen, dass ihr Kampfspruch aus dem Mund eines Nordamerikaners einmal mehr zum Feuerzeugschwenken als zum Widerstand gegen putschende Faschisten einladen würde. Denn wenn Nathan Grays "No Pasarán" etwas aussagt, dann vielleicht, dass man sich beim Kampf für die gute Sache entsprechend gut fühlen sollte – auch wenn eher vage bleibt, worin die eigentlich besteht. Abgesehen von ihm selbst und seinen namhaften Gästen geht es auf der dritten Soloplatte des Boysetsfire-Frontmanns um Rebellion, und Gründe dafür sollten eigentlich genug für alle da sein. In seiner neuen Rolle als Quasi-Che-Guevara des Punk deklamiert Gray sein "believe in us" und "gotta fight" mal ungestüm in recycelten "American Idiot"-Hooks, mal voll vom seligen Optimismus, der nur den besten Sitcoms der 90er zu eigen war. "Have you forgotten how three simple chords can ring true/ In every worn-out soul when they needed you", liefert Gray sich dazu selbst die perfekte Erklärung. Denn wo es um die Verbreitung vermeintlich großer Wahrheiten geht, wird Musik gerne mal zum Kollateralschaden.
4/12 Anke Hügler

Leserbewertung: 5.5/12

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