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0 Autor: Julia Köhler

Foxing - Draw Down The Moon

Draw Down The Moon

In zehn Stücken durchs Universum – es ist gewagt, was sich Foxing für ihr viertes Album auf die Fahne geschrieben haben. Aber: Sound und Inhalt werden dem großen Konzept gerecht.

In einem Potpourri aus exzentrischem Artrock, den eingängigsten Pop-Schemata und immer wieder Emo-Zwischentönen erkunden Foxing zehn große Etappen menschlichen Lebens. Betrachtet man die musikalischen Eindrücke und die dazugehörigen Medien wie aufwendige Videos, eigene Spiele und das Rätselraten mit den Fans, besingen Foxing nicht nur das Universum – sie erschaffen ihr eigenes. Schon der sprunghafte Wechsel vom verzweifelten Bläser-Arrangement zum brachialen Schrei-Showdown des Openers "737" erinnert in seiner emotionalen Wucht an Phoebe Bridgers' "I Know The End". Der bewusst innovative und stilbrechende Hintergrund lässt das Album dennoch zu keinem Zeitpunkt nach abgeklärtem Kalkül klingen, dafür verbreiten die elektronisch zersetzten Stücke wie der Titelsong oder "Bialystok" zu viel eingängige Zuversicht. Im Spagat zwischen diesen, den Stadionrock-Momenten von "Where The Lightning Strikes Twice" und dem unaufhaltsamen Artrock von "If I Believed In Love" stellen Schlagzeuger Jon Hellwig und Gitarrist Eric Hudson ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis, während Conor Murphy von Falsett zu Samtstimme zu Geschrei wechselt. Allen einzelnen Elementen wohnt dabei eine so überzeugende Theatralik inne, dass sich das Album als Ganzes zu einem übergroßen Drama in Spielfilm-Format entfaltet.

Bewertung: 9/12

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