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0 Autor: André Bosse

Pond - 9

9

Die fleißigen Australier bieten ambitionierte, allumfassend Psychedelic.

Ihre Alben zu benennen, gehört nicht zu den Stärken von Pond. Die beiden Vorgänger hießen "The Weather" und "Tasmania", der Name der Insel südlich von Australien. Nun folgt ihre neunte Platte im zwölften Bandjahr, sie trägt den Titel "9", doch darf man diesen diskografischen Pragmatismus nicht auf Musik und Texte übertragen. Hier zeigen sich Pond ambitionierter als je zuvor. Das Album beginnt mit Song For Agnes, gewidmet der nordamerikanischen Künstlerin Agnes Martin, deren abstrakt-minimalistischen Bilder auch das Artwork von 9 beeinflusst haben. Als Betrachter braucht man eine gewisse Zeit, um diese Kunst von mathematischer Geometrie zu unterscheiden, den Musikern von Pond gefällt diese Grauzone zwischen Ein- und Vieldeutigkeit. Musikalisch klingt das Stück so, wie sich Arcade Fire ihren Spagat zwischen alter Aufgekratztheit und neuer Electronica-Verliebtheit vorstellen. Nur, dass die Australier ihn besser stehen. Im weiteren Verlauf von "9" arbeiten Pond diese Formel weiter aus: Die Zeit, als sie in kleiner Besetzung psychedelische Rockmusik gespielt haben, ist vorbei, jetzt ist das Ziel, eine Art allumfassende Psychedelic zu entwerfen, in der neben Rock auch Pop und Grooves eine Rolle spielen. Take Me Avalon, I’m Young läuft gerade einmal dreieinhalb Minuten, eröffnet in dieser kurzen Zeit aber eine eigene Klangwelt: So würden Talking Heads klingen, wären sie eine Band des Jahres 2021.

Bewertung: 8/12

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