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0 Autor: André Bosse

Modest Mouse - The Golden Casket

The Golden Casket

2021 klingen Modest Mouse gefällig und gesund, statt genial und grimmig.

Wer die zerschossenen, die kaputten, die genialen Modest Mouse hören möchte, muss sich auf das Frühwerk fokussieren. Die Zeiten haben sich geändert, Isaac Brocks ist nüchtern und Vater geworden. Mit seiner Band sucht er nicht mehr die Exzesse im Mikrokosmos Indierock. Zweck ist nicht mehr die Katharsis, das Ziel nicht mehr das Überleben. Modest Mouse haben es sich in einer Nische eingerichtet, nennen wir sie: Adult Orientated Alternative. Platten erscheinen alle Jubeljahre, wenn aber, dann landen sie ganz oben in den Billboard-Charts. Mit "The Golden Casket" gehen Modest Mouse diesen Weg nun weiter. Lebte die Band früher von der Hysterie des Sängers und seinen Phobien und Antipathien, klingt sie heute abgeklärt. Brock ist noch immer ein ungewöhnlicher Sänger und rätselhafter Songwriter. Songs wie "We Are Between" und "We're Lucky" zielen aber bewusst darauf ab, in der Manie eine Mitte zu finden. Dies ist keine Musik mehr, die polarisiert. Diese Version von Modest Mouse ist gefällig. Was wiederum die alten Fans auf die Palme bringt, die mit dem alten Vinyl wedeln und ein neues "The Loneseome Crowed West" verlangen. Wie die Weezer-Fans ein neues "Pinkerton". Doch wie Rivers Cuomo hat auch Brock daran weder Interesse noch die Kraft. Was es dafür gibt: Modest Mouse im Funk-, Twist- und Modern-Pop-Modus. Und, im Finale "Back To The Middle", zumindest einmal mit heiligem Lärm.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.0/12

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