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0 Autor: Christian Wiensgol

Jim Ward - Daggers

Daggers

Mit seinem neuen Soloalbum erfüllt Jim Ward jene Erwartungen, die beim letztjährigen Comeback von Sparta unerfüllt blieben.

Aber zuerst führte er einen auf die falsche Fährte: "Daggers" beginnt wie der typische Soloausflug eines Post-Hardcore- oder Punk-Frontmanns – bis Ward nach exakt einer Minute auf den Verzerrer tritt und mit seiner Rhythmussektion den Singer/Songwriter-Ansatz wortwörtlich über den Haufen fährt. Die letzten 42 Sekunden des Openers "Day By Day" geben die wahre Richtung des kurzweiligen, vor Dringlichkeit strotzenden Albums vor. Ward spielt und singt sich unverkopft den Pandemie-Frust von der Seele und das angesprochene Rhythmus-Duo macht so präzise mit, als hätte es nie etwas anderes getan. Dabei handelt es sich um Incubus-Bassist Ben Kenney und Thursday-Schlagzeuger Tucker Rule, die Ward aus der Ferne zuspielten. Ironischerweise entsteht mit diesem Setup ein Album, das viel mehr nach den klassischen Sparta klingt, als deren letztjähriges – und beileibe nicht schlechtes – Album "Trust The River". Ward dürfte das bewusst sein, der Albumtitel erinnert nicht zufällig an das Artwork von "Threes". Musikalisch geht er noch einen Schritt weiter zurück. Allein der verschleppte Groove von "Blink Twice" klingt wie direkt von einer der ersten Veröffentlichungen von Sparta genommen, die funkelnden Gitarren erinnern hier und da gar an At The Drive-In. "Daggers" ist damit eine launige Werkschau mit den Mitteln des Punk und der Hilfe einer heimlichen Supergroup.

Bewertung: 9/12

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