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0 Autor: Martin Burger

Lou Barlow - Reason To Live

Reason To Live

Seine Uhr danach stellen kann man nicht gerade, doch es spendet schon Trost zu wissen: Egal was passiert, das nächste Soloalbum von Lou Barlow kommt bestimmt.

Bei Dinosaur Jr. gibt er den Wuschelkopf am Bass, dessen Songs seit der Reunion mit "Beyond" (2009) mindestens ebenbürtig neben denen von Gniedelmeister J Mascis stehen. LoFi-Indie gibt es immer mal wieder bei Sebadoh, eine Stufe niedriger operiert Solo-Barlow akustisch und nah am Herzen. Die 17 eher kurzen Songs auf "Reason To Live", das Mitglieder seines Lou Barlow Artist Enabler Club bereits seit einem halben Jahr auf Vinyl besitzen, klingen vertraut und spontan, als hätte er sie täglich in der halben Stunde zwischen Herd anstellen und Abendessen servieren sowohl geschrieben als auch aufgenommen. Erneut erzählt er in ihnen mehr als nötig gewesen wäre und gerade so viel, dass man die Texte nicht zwingend mit ihm verbinden müsste. Laut Credits kommen Gitarre, Bass, Keyboards, Percussion und einmal ein Schlagzeug zum Einsatz, aber wie auf dem Vorgänger "Brace The Wave" (2015) setzt Barlow die Instrumente sparsam ein. Muss ja alles aufs Sofa passen, neben Fernbedienung, Aufnahmegerät und Familienalbum. In Momenten wie "Clouded Age" ähnelt das einem Glen Hansard-Demo, die Worte wie der Ire gequält herauszupressen hat Barlow indes nicht nötig. Er weiß nämlich, dass die Authentizität allein schon durch sein Set-up gewährleistet ist, und das erwähnte Mehr-als-nötig-und-gerade-so-viel sein Ziel, das Herz, niemals verfehlt.

Bewertung: 9/12

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