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0 Autor: Toby Schaper

Enslaved - Utgard

Utgard
  • VÖ: 02.10.2020
  • Label: Nuclear Blast/Warner
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 331

Auf dem 15. Album der Wikinger verschwimmen die Grenzen zwischen Black Metal, Progrock und Folk zu einem zugänglichen Soundtrack zur nordischen Natur.

Auf ihrem zweiten Album Frost haben die Bergener 1994 erstmals die Selbstbezeichnung "Viking Metal" benutzt, um ihren klirrenden, von nordischer Mythologie geprägten Black Metal vom Satanismus der Mitbewerber abzugrenzen. Während Viking Metal allerdings mittlerweile von Erfolgsbands wie Amon Amarth oder Ensiferum Comic-artig überzeichnet wird, gehen Enslaved nach wie vor mit einer tiefen Ernsthaftigkeit zu Werk – zum Met-Saufen taugt ihre Musik nicht. Wohl aber, um sich in die virtuos gesponnenen Soundscapes fallen zu lassen. Weniger verspielt und 70s-verliebt als die grob vergleichbaren Opeth, sind die Riffs bei Enslaved immer noch Gletscher-kalt, werden aber von sphärischen Gitarren-Solos, proggiger Rhythmik und Chorgesang aufgebrochen; ihr Gesamtsound war wohl nie näher an Motorpsycho als im Mittelteil von "Sequence". "Urjotun" beginnt mit einem Synthie-Loop und zeigt ihre Liebe zum Krautrock, schraubt sich dann aber zum infernalischsten Song der Platte hoch. Die archaische Naturromantik darin zeigt eine Geistesverwandtschaft zu Neurosis, der Ausklang "Distant Seasons" ist purer Nordic Folk, das monumentale Gestampfe in "Jettegryta" hingegen beweist, dass Enslaved trotz allem Avantgardismus noch immer in einer Linie mit Bathory stehen, den Urvätern allen skandinavischen Black Metals.

Bewertung: 10/12

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