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0 Autor: Jonas Silbermann-Schön

Hot Breath - Rubbery Lips

Rubbery Lips

Heißer Atem ohne Feuer: Trotz großer Spielfreude geht den schwedischen Heavy-Rock-Enthusiasten auf ihrem Debüt schnell die Puste aus – das liegt vor allem an der laschen Produktion.

Schon vor Hot Breaths Gründung 2018 sorgte Sängerin und Gitarristin Jennifer Israelsson zusammen mit Drummer Jimmy Karlsson bei Honeymoon Disease für krachige Retro-Dröhnungen im Hippie-Biker-Style. Mit ihrer neuen Band holen die beiden nun die Disco-Kugel raus und versuchen, einem eingängige Hooks mithilfe von reichlich Power-Pop-Glitter ins Gehirn zu brennen. Was vielversprechend klingt, stellt sich aber schon beim Opener "Right Time" als Fehlschuss heraus, denn der leidenschaftliche Gesang und die Lead-Gitarre klingen so dünn, als hätten die Mikrofone bei der Aufnahme einen Häuserblock weit entfernt vom Studio gestanden. Dass es an der Produktion hapert, ist überraschend, da sich die Göteborger mit Mattias Nyberg eigentlich jemanden dazugeholt haben, der etwa bei "Headstunts" von The Datsuns bewiesen hat, dass er 70s-Stakkato-Rock beherrscht. Wirklich herausstechen können so nur das kurzweilige "Magnetic" und das hymnische "Who's The One" im Joan-Jett-Stil. Bei "Adapted Mind" versuchen es Hot Breath mit einem punkigen Salut an Turbonegro und "Bad Feeling" als einziger schlagkräftiger Hit kommt schließlich viel zu spät, um den blutleeren Gesamteindruck zu retten. Dank des Thin-Lizzy-Rhythmus kann "Rubbery Lips" trotzdem gerne beim nächsten Road Trip vor sich hin scheppern.

Bewertung: 5/12

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