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0 Autor: Matthias Möde

Boundaries - Maidan

Maidan
  • VÖ: 05.03.2021
  • Label: Popup/Believe/Soulfood
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 336

Boundaries gießen auf ihrem Debütalbum Ängste und Unbehagen in düsteren, dystopischen Post-Punk.

Übung haben die Kopenhagener darin bereits, schließlich umfasst ihre 2018 veröffentlichte, nach der Band benannte EP sechs Songs, mit denen man sich wunderbar unwohl fühlen kann. Boundaries sind in der Zwischenzeit zum Quartett geschrumpft, zeichnen ihre Weltsicht auf "Maidan" aber noch genauso grau, glasig und schwarz oder zumindest so monoton und wenig farbenfroh wie auf dem Cover. Der Albumtitel bezeichnet einen öffentlichen Platz, auf dem Versammlungen stattfinden, einen Ort also, für den die zehn Songs Soundtrack sein könnten, wenn auch nicht unbedingt für Demonstrationen oder Protestmärsche. Das nach suizidalem LoFi-Grunge klingende "Indefinite Hours", das niedergeschlagene" Witness" oder das Spoken-Word-Ambient-Noise-Stück "A Song On The End Of The World" spiegeln eher die Ängste und Sorgen, die Wut und die Verzweiflung wider, die sich an so einem Ort zu einer gespenstischen Atmosphäre vermischen können. Mehr Bewegung steckt in ihrem hallenden und von Synthesizern beschwerten Post-Punk-Sound, wenn er etwa in "Tusk (Revised)" mit schneidenden Gitarren und drängelndem Gesang aufbrausend wird, sich in "Reeds" Schritt für Schritt steigert oder in "Harness" phasenweise alles mit verzerrten Gitarren erdrückt. Für den Beginn einer Revolution sind Boundaries nicht einzigartig und gewaltig genug, als Teil einer Bewegung aber funktionieren sie gut.

Bewertung: 7/12

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