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Warish - Next To Pay

Next To Pay

Mit dem ersten Warish-Album schrappte Skater-Sohn Riley Hawk an der Kante von Punk und Metal entlang, für das zweite schärft er nur Details – und macht erneut viel aus seinen Einflüssen.

Ganz vorne wieder dabei: die "Bleach"-Ära-Nirvana, die man nicht nur im rohen Punk-Drive und den dissonanten Hooks von "Next To Pay" erkennt, sondern auch in jenen Momenten, wenn Hawk Junior sich verzweifelt die Kehle aufraut. "Scars" erinnert mit seinem Schlagzeug-Wirbel im Riff-Intro zudem an "Territorial Pissings", und in "Say To Please" sowie "Destroyer" lebt Hawk inmitten von Noise-Attacken seine Vorliebe für Chorus-Effekte aus, die so wässrig klingen wie "Nevermind" nicht nur aussieht. Gleich im eröffnenden Titelsong paart sich der Cobain-Fimmel mit entfesseltem Thrash-Vibe wie von Metallicas "Kill 'Em All", der straighte Punkrock von "Seeing Red" dagegen verströmt im Verzerrer-Nebel jene düstere Erhabenheit, die Warish in der Misfits-Gruft eingeatmet haben. Während das Debüt "Down In Flames" (2019) mit all dem jedoch in 28 Minuten schnörkellos ins Ziel stürmte, lässt sich "Next To Pay" elf Minuten mehr Zeit, geht in "Ordinary" erst ein kurzes Synthie-Intro und dann schleppender Black Sabbath-Doom, machen "Make The Escape" und "Fear And Pride" vorsichtige Schritte aus der Punk-Metal-Garage in Richtung Rock’n’Roll. Warish klingen heute außerdem allen Kellerloch-Gesangseffekten zum Trotz weniger nach DIY und generell runder – bleiben aber stürmisch-räudige Unterhaltung für Grunge-Kutten-Träger.

Bewertung: 8/12

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