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0 Autor: Markus Hockenbrink

Major Murphy - Access

Access

Waxahatchees Live-Begleitband schreibt auch eigene Songs. Die sind immer dann am besten, wenn sie ein wenig trippig werden.

Das lässt sich etwa im passend betitelten "Unfazed" begutachten, einem sechsminütigen, hinten ausfransenden Psychedelic-Stück, mit dem man hervorragend ein Space-Cake-Picknick im Planetarium bewerben könnte. "Access" ist insgesamt zwar nur neun relativ kurze Songs lang, nimmt einen aber trotzdem auf eine Reise mit, die irgendwo in der Ursuppe von 60s-Pop beginnt und auf dem Weg nach heute am liebsten da haltmacht, wo es nach ruhiger Kugel aussieht. Der Grundton des Albums ist entschieden tiefenentspannt, nur ab und zu einmal gesellt sich eine Fuzz-Gitarre zu Jacob Bullards verschlafener Stimme. Auf Attention, einem elektronisch verzerrten Gruß an Daft Punk, deuten Major Murphy eine gewisse Experimentierfreudigkeit an, doch eigentlich steht der Band aus Michigan die Slacker-Nostalgie ausgewachsener Vorstadt-Kids besser. "Rainbow" ist einer dieser Songs, die sehr überzeugend von der dort herrschenden Ereignislosigkeit handeln, das ähnlich gelagerte "Flower" animiert dazu, sich ohne schlechtes Gewissen krank zu melden und einmal gründlich über die Muster an der Zimmerdecke nachzudenken. Auf "Tear It Apart" wirkt Waxahatchee selbst mit, aber der latent ironische Unterton will nicht recht zur Band passen. Anders sieht das aus bei der charmanten Song-Miniatur "Blind", die das Album beschließt: zwei Minuten Kitsch von der guten, lebensbejahenden Sorte.

Bewertung: 7/12

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