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0 Autor: Kerstin Kratochwill

Camera - Prosthuman

Prosthuman

Die Berliner Neo-Kraut-Band lockt den Hörer auf Prosthuman erneut in ein Kaleidoskop der Klänge, das ihr Sounduniversum noch mal erweitert.

Krautrock-Guerilla: Dieses Label bekamen Camera verpasst, weil das damalige Trio spontan überall dort in Berlin spielte, wo es ihm eben gefiel. Das konnten Hinterhöfe sein, U-Bahnsteige, aber auch die Herrentoilette während der Echo- Verleihung. So erspielten sie sich mit Humor und Anarchie viele Fans, die nun bereits das fünfte Album der sich in fast zehn Jahren Bandgeschichte stetig verändernden Band hören können. Auf "Prosthuman" zeigt die Band erneut nicht nur ihre Liebe zu Wortspielen, sondern auch zur Transformation: Musikalisch injizieren sie ihrem Kraut neue Klänge, so ist "Alar Alar" etwa überraschend trippig und flirtet mit Reggae. "Prosthuman / Apptime" erinnert dann wieder an die schwebenden kosmischen Klänge von Tangerine Dream, um mit Vogelgezwitscher schließlich in einen Synthie-Wirbel überzugehen. Verändert hat sich die Band wieder einmal personell: War das Vorgängeralbum "Emotional Detox" noch geprägt von zwei Keyboardern, musste für "Prosthuman" Ersatz gefunden werden, wodurch Gitarrist Alex Kozmidi und Keyboarder Tim Schroeder neuen Input ins fluide Bandgefüge bringen. Das einzig ständige Mitglied der Band, der Schlagzeuger mit dem sprechenden Namen Michael Drummer, bleibt Konstante und Katalysator, indem er das Klangbild der Band motorisch weitertreibt. Darauf ein Prosit!

Bewertung: 10/12

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