Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Florian Zandt

Kali Masi - [Laughs]

[Laughs]

Die Sehnsucht nach einem besseren Früher ist für Punk-Bands aus dem Hier und Jetzt ein beliebter thematischer Anker. Diesen wollen Kali Masi mit ihrem melancholischen Midtempo-Punkrock jetzt lichten.

Ein gewagter Schritt, denn artverwandte Bands wie The Menzingers oder Spanish Love Songs schlagen aus Nostalgie ordentlich Kapital. Auch Kali Masi blicken auf ihrer zweiten Platte "[Laughs]" zurück auf kuriose Momente auf Tour, alte Beziehungen und zu früh verstorbene Freunde. Statt aber darin zu versumpfen, liefert die Band Lösungsansätze, verpackt in schnörkellosem, modernem Punkrock, der sich mal in Gainesville, mal in Chicago, mal in New York zuhause fühlt. Eines fällt dabei schnell auf: Auf ihrem Debüt "Wind Instrument" war mehr Lametta, also mehr Experimentierfreudigkeit und Komplexität. Beides findet sich jetzt eher in Ausreißern wie in der mit Tapping durchzogenen zweiten Hälfte von "Long Term" und den Saxofon-Parts in "Recurring (I)", das sich auch textlich auf ihre erste Platte bezieht. Auf diesem Gebiet ist Sänger und Gitarrist Sam Porter erneut in Bestform und webt immer wieder schmerzhafte Erkenntnisse wie "I never said I love you/ I guess I thought you knew" in metaphorische Höhenflüge und Americana-Versatzstücke, ohne dass es gezwungen oder prätentiös wirkte. Vielleicht muss es musikalisch auch etwas glatter zugehen, damit sich die volle Wirkung seiner Texte entfaltet – oder Kali Masi haben sich in dieser Hinsicht zu deutlich vom besseren Früher getrennt.

Bewertung: 8/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.