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0 Autor: Carsten Sandkämper

The Hirsch Effekt - Gregær (EP)

Gregær (EP)

Das Motto „Junge, lern was Vernünftiges“ beschert diesen Plattentitel, der sich ohne Schlagzeuger Moritz Schmidts Biologiestudium wohl nicht in dieser Weise materialisiert hätte.

In der Biologie bezeichnet man das Verhalten von Organismen als "gregär", wenn sie sich zusammenfinden, obwohl sie normalerweise nicht in Gemeinschaften leben. Grund dafür kann Nahrungsverfügbarkeit oder eine Wasserquelle sein. Und es ist tatsächlich nicht die natürlichste Paarung von Musikern, die sich über "Natans", "Domstol" und "Kollaps" sowie das Titelstück hermacht. Gregär verhalten sich The Hirsch Effekt, Bläser- und Streichersatz, Pianisten, Perkussionisten und ein achtköpfiger Chor wegen der Arrangements vom Freund der Band Anthony Williams. Der Frontalzusammenstoß zwischen "Krieg der Welten", "A Chorus Line" und Mathcore hätte in den Händen von weniger reflektierten Musikern zu einem Cringe-Fest werden können. The Hirsch Effekt aber wissen, in welchen Momenten die Addition von "mehr" ein "zu viel" bedeutet. Und Williams hält die feine Balance zwischen Ambition und Zweckdienlichkeit. Klassische Elemente gehören seit jeher in den extremen Mix aus Metalcore und Prog von The Hirsch Effekt, von daher dürfte diese natürliche, auf 500 Vinyl-Exemplare limitierte Progression niemanden wirklich überraschen. Freuen hingegen schon, und sei es nur, um die Zeit zu überbrücken, bis die mehrfach verschobenen Konzerttermine mit Orchester tatsächlich stattfinden können.

Bewertung: 9/12

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