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0 Autor: Stefanie Prieske

Lüt - Mersmak

Mersmak
  • VÖ: 12.02.2021
  • Label: Crestwood/Loud/Warner
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 335

Wie hat sich das noch gleich angefühlt, bier- und schweißverklebt im Festival-Moshpit zu feiern, während die Sonne am sommerlichen Horizont untergeht? Das neue Lüt-Album "Mersmak" wird nach dem mauen Konzertjahr 2020 sicher einigen dabei helfen, sich zu erinnern.

Der hochenergetische Indie- und Punkrock der Norweger ist nicht dafür gemacht, im stillen Kämmerlein konsumiert zu werden. Die Band schichtet treibende Gitarrenspuren übereinander, scheut sich nicht vor einprägsamen Melodien und rundet das Ganze mit eindringlichem, teil mehrstimmigem Gesang ab – schnörkellos und offensichtlich voller Spielfreude. An Selbstbewusstsein mangelt es den jungen Skandinaviern auch nicht: "We Will Save Scandirock" markiert die Mitte der Platte. Ernst gemeint ist dieses Statement nicht, denn im dazugehörigen Video beweisen die Bandmitglieder Humor und treffen sich im Affen-, Feen- und Hot-Dog-Kostüm zum Saufen unter einer Autobahnbrücke. Diese Form von guter Laune und jugendlicher Unbekümmertheit zieht sich durchs gesamte Album. Wobei Lüt auch andeuten, dass sie mehr können, als konstant Vollgas zu geben. "Indi" und "Homme Fatale" schlagen etwas ruhigere Töne an, ohne weniger intensiv zu sein. Und "Krei", dessen Intro an den ewigen Indie-Hit "Mr. Brightside" von den Killers erinnert, bleibt instrumental. Ein wenig mehr dieses Abwechslungsreichtums und Lüt könnten tatsächlich zu einer festen Größe der skandinavischen Musikszene heranreifen.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.0/12

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