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0 Autor: Frederik Tebbe

Less Than Jake - Silver Linings

Silver Linings

Es gibt Bands, die haben fast 30 Jahre auf dem Buckel und treten trotzdem so beherzt in Ärsche, als hätten sie gerade ihre erste Platte veröffentlicht – so wie Less Than Jake.

Silberstreife am Horizont sind nicht gerade die schlüssigste Metapher für das Jahr 2020, auch wenn in den USA gerade zumindest einer über dem Weißen Haus aufzieht. Der "Titel Silver Linings" für das erste Less Than Jake-Album seit 2013 stand aber sogar schon vor der Corona-Pandemie fest und hält durchaus, was er verspricht. Less Than Jake spielen Skapunk, der nicht nervt, sondern für gut gelauntes Kopfnicken sorgt. Gerade die erste Hälfte ihres neunten Albums beweist das hervorragend. Mit "The High Cost Of Low Living" und dem Highlight der Platte "Lie To Me" gelingt der Band aus Gainesville, Florida ein furioser, mitreißender Einstieg in die Platte, der für eine Band, die seit 1992 zusammen ist, über überraschend viel frische Energie verfügt. Less Than Jake reichern ihren Sound neben hibbeligen Offbeat-Gitarren und Bläsern eben mit dem richtigen Maß an Melancholie und Sehnsucht an. Für das sorgen auch die unverkennbaren Stimmen von Chris DeMakes und Roger Lima. Silver Linings ist eine kurzweilige Platte, der lediglich am Ende ein wenig der Drang und Biss abgehen, die sie bis dahin antreiben. Aber Songs wie "Anytime And Anywhere", Keep On Chasing oder "Monkey Wrench Myself" machen große Lust auf den nächsten echten Festivalsommer, der – noch so ein Silberstreif – bestimmt kommt.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 9.0/12

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