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0 Autor: Jonathan Schütz

Red City Radio - Paradise

Paradise

Red City Radio sind endgültig aus ihren Holzfällerhemden rausgewachsen und in quietschbunte Anzüge geschlüpft.

Dafür verantwortlich sind die omnipräsenten Beach Boys-Background-Chöre, mit denen der Rest der Band den Reibeisengesang von Frontmann Garrett Dale untermalt. Das ist für Gitarrist Ryan Donovan, Bassist Derik Envy sowie Schlagzeuger Dallas Tidwell nichts Neues, geht auf "Paradise" aber so weit, dass man sich zu Beginn des letzten Albumviertels wünscht, Red City Radio würden die dreistimmigen Harmonien mal kurz sein lassen und sich aufs Wesentliche konzentrieren. Und siehe da: In "Fremont Casino" pluckern zu Akustikgitarre, Klavier und Schellenkranz Spielautomaten-Geräusche aus den Lautsprechern. Die musikalische Bandbreite, mit der das US-Quartett mittlerweile seine Songs schreibt, überrollt einen auf "Paradise" jedoch schon vorher. Zum Beispiel im hymnischen Opener "Where Does The Time Go", dessen Text nur aus dem repetitiv wiederholten Songtitel besteht. Oder in der Single "100,000 Candles", der es gelingt, zum besten Gitarrenriff des Albums mit "Why is the world on fire?" eine nicht nur 2020 berechtigte Frage zu stellen und sich als Mental-Health-Awareness-Hymne zu bewerben. Und dann wäre da noch der fantastische, fünfeinhalb Minuten lange Titelsong, mit dem sich Red City Radio endgültig fürs Stadion empfehlen, obwohl sich Dale nach wie vor mit den gleichen Emotionen in die Songs wirft wie auf dem 2011 veröffentlichten Debüt.

Bewertung: 9/12

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