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Lande Hekt - Going To Hell

Going To Hell

Auf ihrem Solodebüt findet sich Muncie-Girls-Anführerin Lande Hekt: Erstmals schreibt sie ihre Songs als offen lesbische Frau - mit mehr Indie als Pop-Punk, vielen Zweifeln, aber ebenso viel Hoffnung.

Gleich der Opener "Whiskey" setzt das Thema, wenn Hekt sich zu gedämpfter E-Gitarre und viel Hall im Bewusstseinsstrom sorgt, wie sich ihr Leben nach dem Coming-out verändern wird: "Is it saying goodbye to who you were back then/ Is it the feeling of not having to pretend?". So, wie der Song danach zu selbstbewusstem Indiepunk findet, ist auch "Going To Hell" insgesamt die Chronik eines Übergangs: Nach Hekts erstem Testballon in Form der Solo-EP "Gigantic Disappointment" (2019) entstanden diese Songs größtenteils unterwegs, im Wortsinn (auf Tour) und im übertragenen (auf dem Weg zum neuen Ich). Ortsmarken-Stücke wie "Hannover" oder "Stranded In Berlin" klingen deshalb gleich in mehrfacher Hinsicht suchend und sehnend. Nach innen richtete Hekt ihren Blick auch bei den Muncie Girls schon ab und an, klang dort aber meist beschwingt. Die persönlichere, fragilere Introspektion von "Going To Hell" fordert nun mehr Sharon Van Etten, Akustikgitarren und tagebuchartige Erzählungen. Das Schöne dabei: Wenn Hekt etwa zum gläsernen Fingerpicking von "Winter Coat" davon träumt, Herzensmenschen wiederzusehen, klingt das gute Ende immer mit. "I'm more powerful/ Than you'll ever know", singt sie zum Schluss in der feministischen Schlachtruf-Ballade "In The Darkness". So klingt eine, die sicher steht.

Bewertung: 8/12

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