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0 Autor: Vivien Stellmach

The Menzingers - From Exile

From Exile

Vielleicht hat das Coronavirus auch seine positiven Seiten. The Menzingers haben den Lockdown im Frühjahr jedenfalls genutzt, um ein akustisches Quarantäne-Album aufzunehmen.

Was hätten sie auch sonst tun sollen, wenn nicht von sich selbst gelangweilt in den eigenen vier Wänden zu sitzen? Schließlich schlug die globale Pandemie zu, als die Band gerade mit ihrem aktuellen Album "Hello Exile" (2019) zu touren begann. Sänger Gregg Barnett und seine Freunde mussten sich deshalb unverrichteter Dinge wieder in den Flieger Richtung Heimat setzen. Statt die neuen Songs live zu spielen, nahmen The Menzingers sie also getrennt voneinander in ihren Schlafzimmern und Kellern in Philadelphia neu auf – und zwar akustisch. Der Opener "America (You’re Freaking Me Out)" klingt jetzt fröhlich, die Wut aus dem Original ist wie verpufft. Aus dem sonnigen "High School Friend" ist eine melancholische Ballade mit Mundharmonika-Einsätzen geworden und auch das ursprünglich lebendige "Strangers Forever" gibt sich der Resignation hin. Die Songs haben teilweise stark veränderte Strukturen und Melodien, sie wurzeln viel tiefer in Americana und verlangen nach ruhigen Momenten. Die Trauer in "Anna" ist sogar noch greifbarer als auf "Hello Exile", weil Barnett sich nicht mehr hinter stürmischen Punkrock-Gitarren verstecken kann. Jetzt ist seine hallende, manchmal zitternde Stimme präsent. Das macht "From Exile" nicht gerade zu einem beeindruckenden Akustik-Album, aber zu einem treuen Begleiter in trüben Zeiten.

Bewertung: 7/12

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