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0 Autor: Ingo Scheel

X - Alphabetland

Alphabetland

40 Jahre nach ihrem Debüt, 27 Jahre nach dem bislang letzten Album veröffentlichen die US-Punk-Veteranen X eine neue Platte.

Einst produzierte The-Doors-Keyboarder Ray Manzarek ihr legendäres Debüt "Los Angeles", eine der ikonischen Platten aus der Zeit zwischen Punk-Exodus und aufkommendem Hardcore, später besetzte die Band um Sängerin Exene Cervenka eine Art Verbindungsstelle zur Generation Bad Religion. Nach einigen Split-Singles und Reunions hat sich seit den frühen 00er Jahren so etwas wie Kontinuität bei X eingestellt, an ein neues Album war jedoch trotz großer Touren mit Bands wie Pearl Jam und SXWX-Auftritten nicht zu denken. Noch vor drei Jahren verwahrten sich X vehement dagegen, sprachen von fehlender Chemie für so ein Projekt. Da scheint sich nun einiges verschoben zu haben, denn fehlende Inspiration oder Ideenarmut sind beim ersten Durchlauf von "Alphabetland" keinerlei Assoziationen. Im Gegenteil: Der Titelsong als Opener ist originärer Lockstoff aus einer fernen Epoche, garagig wie ein Dienstagabend im CBGB's, mit melodischem Rotz à la Stooges und süßlicher Schwere der Marke Debbie Harry. Im Fortgang verbreitert sich das Spektrum, bietet "Free" hymnisches Uptempo mit fliegenden Solo-Details, dreht "Delta 88 Nightmare" bis in den roten Bereich auf und jagt Devo mit den Dead Kennedys durchs hohe Gras. Das Warten hat sich gelohnt, der Aufwand ebenfalls, "Alphabetland" ist durchweg im besten Sinne Oldschool-Punkrock-Entertainment.

Bewertung: 8/12

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